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Landkreis Gießen

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Ein bedeutendes Baudenkmal ist die Ruine des Zisterzienserklosters Arnsburg. Auf Betreiben Kunos I. von Arnsburg wurde der Orden 1174 beauftragt, aus dem Mutterkloster Eberbach im Rheingau Mönche zum Bau eines Klosters im Wettertal abzustellen. Bei Betreten des Klosters sieht man oberhalb des Torbogens der barocken Pforte (1774-1777) den eigentlichen Gründer des Zisterzienserordens, Bernhard von Clairvaux, mit Buch und Krummstab in der Hand, in Stein gehauen. Auf der Innenseite der Pforte wurde die segnende Maria mit Halbmond und Schlange in Stein gehauen. Klostermauern von 3 bis 5 Meter Höhe, am Berghang sogar bis 8,50 Meter, schließen sich an die Pforte an und binden linker Hand den Syndikatsgarten ein.

Die Klosteranlage repräsentiert architektonische Stile aus sieben Jahrhunderten, von der Spätromanik bis zum Rokoko. So wurde der umfangreiche Bau der Arnsburger Kirche um 1197 begonnen. Bei Grabungen im Innenbereich der Anlage stieß man auch auf Keramik und Siedlungsspuren aus der keltischen La-Tène-Kultur der Eisenzeit. Die Kirche, jetzt eine Ruine, gehört zu den bedeutendsten Bauschöpfungen der Zisterzienser in Deutschland. Mauern, Pfeiler und Einzelheiten geben noch heute einen Eindruck von einstiger Größe und Schönheit des Bauwerkes. Aufgrund einer Papsturkunde ist zu vermuten, dass die Kirche um 1246 geweiht wurde. Sie zeigt in ihren Bögen Übergänge von der Romanik zur Gotik. Ein Kapellenkranz umgab einst die Apsis. Aus dem südlichen Querschiff führt eine große Freitreppe in das Dormitorium der Mönche, von hier aus gelangt man zur Sakristei. Über ihrem Eingang war eine Empore angebracht, wo kranke Mönche am Gottesdienst teilnehmen konnten.

Das Arnsburger »Paradies«, einst Vorhalle zur Kirche, wurde 1493 erstmals erwähnt. Auch heute noch wird es zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt, wo insbesondere Paare sich ihr »Ja-Wort« geben.

In den Jahren 1959-1960 wurde im Kreuzgang des Klosters ein einzigartiger Friedhof, der zur Besinnung auf Kriegsopfer vieler Nationalitäten auffordert, gestaltet. 447 Verstorbene unterschiedlicher Nationalitäten haben hier unter einer dichten Thymiandecke die letzte Ruhe gefunden.

Die alte Klostermühle, ein Fachwerkbau aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, sowie das unmittelbar daran stoßende alte Brauhaus beherbergen heute das Hotel-Restaurant "Alte Klostermühle".

Öffnungszeiten: täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr
Eintrittspreis: nur in Teilen der Klosteranlage 1,00 € pro Person.
Führungen und Info: Freundeskreis Kloster Arnsburg. Für die Führung wird eine
zusätzliche Kostenpauschale von 15,00 € erhoben.
Führungen sollten mindestens 2 Wochen vorher beim Fremdenver-
kehrsbüro der Stadt Lich 06404/806-245, oder beim Freundeskreis
Kloster Arnsburg, Tel.: 06404/62198, angemeldet werden.
Info: Freundeskreis Kloster Arnsburg Tel: 06404/62198
Internet: www.kloster-arnsburg.de
Fremdenverkehrsbüro der Stadt Lich, Tel:06404/806-245

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