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Kloster Arnsburg

Das von 12. bis ins frühe 19. Jahrhundert bestehende Zisterzienserkloster Arnsburg ist nicht nur ein bedeutendes Baudenkmal sondern auch ein kulturhistorisch interessantes Ausflugsziel. Ältestes und zugleich bedeutendstes Bauwerk der Gesamtanlage des Klosters ist die als beeindruckende Ruine erhaltene Kirche.

Auf Betreiben Kunos I. von Arnsburg und durch eine  bereits 1171 getroffene Vereinbarung mit dem Zisterzienserabt Pontius von Clairvaux wurde der Zisterzienserabt Gerhard, aus dem Mutterkloster Eberbach im Rheingau Mönche 1174 mit dem Bau eines Klosters in der Siedlung Arnsburg im Wettertal beauftragt. Nach Auswahl eines geeigneten Standortes nordöstlich der ehemaligen Burg Arnsburg und nach anfänglichen Schwierigkeiten (zeitweiliger Rückkehr des Konvents nach Eberbach) begann unter Abt Mengot ab 1197 der systematische Aufbau des Klosters.

Bei Betreten des Klosters sieht man oberhalb des Torbogens der barocken Pforte (1774-1777) den eigentlichen Gründer des Zisterzienserordens, Pontius von Clairvaux, mit Buch und Krummstab in der Hand, in Stein gehauen. Auf der Innenseite der Pforte wurde die segnende Maria mit Halbmond und Schlange in Stein gehauen. Klostermauern von 3 bis 5 Meter Höhe, am Berghang sogar bis 8,50 Meter, schließen sich an die Pforte an und binden linker Hand den Syndikatsgarten ein. Die Klosteranlage repräsentiert architektonische Stile aus sieben Jahrhunderten, von der Spätromanik bis zum Rokoko.

Der umfangreiche Bau der Arnsburger Kirche wurde um 1197 begonnen. Bei Grabungen im Innenbereich der Anlage stieß man auch auf Keramik und Siedlungsspuren aus der keltischen La-Tène-Kultur der Eisenzeit. Die Kirche gehört zu den bedeutendsten Bauschöpfungen der Zisterzienser in Deutschland. Mauern, Pfeiler und Einzelheiten geben noch heute einen Eindruck von einstiger Größe und Schönheit des Bauwerkes. Aufgrund einer Papsturkunde ist zu vermuten, dass die Kirche um 1246 geweiht wurde. Sie zeigt in ihren Bögen Übergänge von der Romanik zur Gotik. Aus dem südlichen Querschiff führt eine große Freitreppe in das Dormitorium der Mönche, von hier aus gelangt man zur Sakristei. Über ihrem Eingang war eine Empore angebracht, von wo aus auch kranke Mönche am Gottesdienst teilnehmen konnten.

Das Arnsburger »Paradies«, einst Vorhalle zur Kirche, wurde 1493 erstmals erwähnt. Auch heute noch wird es zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt, wo insbesondere Paare sich ihr »Ja-Wort« geben.

In den Jahren 1959-1960 wurde im Kreuzgang des Klosters ein einzigartiger Friedhof, der zur Besinnung auf 447 Kriegsopfer unterschiedlicher Nationalitäten auffordert, gestaltet. 

Die alte Klostermühle, ein Fachwerkbau aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, sowie das unmittelbar daran stoßende alte Brauhaus beherbergen heute ein Restaurant.

Wanderer können ab dem Kloster weitere Stätten aus der regionalen Vergangenheit bis 3.000 v. Chr. entlang des Kulturhistorischen Wanderwegs Muschenheim entdecken.

Radler erreichen das Kloster von Grünberg aus über den hessischen Radfernweg R6 und von Gießen aus zunächst über die regionale Traumsternroute bis Lich (Kernstadt) und dann weiter über die Radroute Solmser Land bis zum Kloster.

Adresse: Lich, Kloster Arnsburg, an der B 488
Internetseite: Freundeskreis Kloster Arnsburg e.V.
Info: Bürger-/Tourismusbüro Stadt Lich, 35423 lich, Kirchenplatz 12, Tel.  06404 806-100


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